TfP ist und war ein wunderbares Konzept, um gegenseitig das Portfolio zu erweitern, neue Techniken in der Fotografie auszutesten, zu erproben oder zu professionalisieren. Der Fotograf bezahlt das Modell nicht im klassischen Sinn, sondern mit den Ergebnissen aus solch einem Shooting. Wichtig ist hierbei, dass sowohl der Fotograf als auch das Modell davon profitiert. 

Was ist genau TfP?

TfP steht für Time for Print (manchmal auch als Time for Picture betitelt). Hierbei handelt es sich um eine Vertragsform zwischen einem Modell und Fotografen, bei dem nicht mit einer Gage eine Entlohnung stattfindet, sondern mit den Ergebnissen. Mal als gedrucktes oder belichtetes Bild/Bilder, mal als digitale Bilddatei bzw. Bilddateien oder auch direkt als Abzug. TfP wird nicht nur im Amateurbereich angewendet, sondern auch im professionellen Bereich. Um neue Techniken anzuwenden oder sein Portfolio zu erweitern und Eigenwerbung zu betreiben, dafür ist TfP wunderbar geeignet. 

Ich biete kein klassisches TfP mehr an!

Bevor ich genauer darauf eingehe, alle Modelle, mit denen ich bisher auf TfP gearbeitet habe, mit denen arbeite ich auf weiterhin auf TfP. Grundsätzlich war ich noch nie jemand, der mit jeden oder jeder arbeiten würde. Ein Gesicht, die Augen und das wirken auf Aufnahmen müssen zum Thema passen. Grundsätzlich setze ich für solch ein Shooting-Projekt Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit voraus. Im Verlauf des letzten Jahres scheint ein Thema massiv Einzug zu halten, Unzuverlässigkeit und unverschämte Forderungen. Angefangen von der Zahlung für Kosmetika, Fahrtkoste, (angebliche) Hotelkosten, Gage für die Visagistin oder auch Übernahme der Kosten für komplette Outfits. Gibt es wirklich Fotografen, die auf TfP-Basis solche Kosten übernehmen? Scheinbar glauben viele, dass eine professionelle Kameraausrüstung für kleines Handgeld zu erwerben sei. Ab einem Punkt muss auch mal Schluss sein. Doch hier hört es auch noch nicht auf. Ich erwarte grundsätzlich, wenn ich mit neuen Modellen arbeite, dass sie alleine schon für Ihr Wohlbefinden eine Begleitperson mitbringen. Doch wenn diese Begleitperson versucht sich an der Kameraausrüstung zu schaffen zu machen, Videos mit dem Handy aufnimmt, diese heimlich postet mit rufschädigen und sinnfreien Kommentaren oder das gesamte Shooting stört, behindert oder dem Modell alles mögliche einredet, nur damit das Shooting beendet wird, dann muss ich einfach sage, es reicht.

Wird es weiterhin TfP bei mir geben?

Juristisch befinden sich gerade 2 Vertragsformen, nach meiner Konzeption, in der Prüfung. Unter den Begriff TfP werde ich in Social-Media keine Modelle mehr suchen. Wenn ich jemanden für ein Shooting-Projekt suche, dann schreibe ich gezielt passende Modelle an, spreche im realen Leben an oder gehe auf meine bisherigen Modelle zu. In den neuen Verträgen werden genaue Regelungen enthalten sein. Dafür bekommen meine Modelle jetzt auch mehr als vorher. Unter anderem Versicherungsschutz bei den Shootings, garantierte Leistungen und etwas, was viel zu oft bei TfP vernachlässigt wird, Datenschutz.

Unzuverlässigkeit akzeptiere ich nicht mehr

Leider fehlt es immer mehr an Zuverlässigkeit. Jedes Modell, jedes Brautpaar und all diejenigen, die mir bisher vor der Kamera standen wissen, dass ich nie einfach nur eine Idee durchziehe, egal was kommt. Jedes meiner Projekte steht unter dem Motto „Wir“ und so wird es in Zukunft auch weiter umgesetzt werden. Ein Modell erwartet, dass die Bilder schnell bearbeitet werden, dass der Fotograf Ahnung von dem hat, was er macht und dass er auch die Persönlichkeitsrechte beachtet. All das ist für mich eine Selbstverständlichkeit und zählt für mich zu der Zuverlässigkeit eines Fotografens. Ebenso kann ich erwarten, dass mein Modell mich rechtzeitig informiert, wenn ihr etwas dazwischenkommt und damit meine ich nicht 15 Minuten nach dem verabredeten Zeitpunkt. Sowohl der Fotograf als auch das Modell, beide bereiten sich auf ein Shooting vor und Zuverlässigkeit sollte das a und o sein. Leider ist dem nicht so. Daher bin ich gezwungen diesen Schritt zu gehen. Mir ist bewusst, dass ich den einen oder anderen Kunden, Follower oder Abonnenten verlieren werden, aber ganz ehrlich, damit kann ich dann leben. 

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