Mein erstes Wochenthema dreht sich nicht direkt um die digitale Fotografie, sondern um das was durch die Fotografie entsteht. Die Dateien.
Speicherkarte rein, Kamera einstellen, fokussieren, Auslöser betätigen und schon kann man sich das Ergebnis auf dem Display der Kamera ansehen. Gefällt mir das Ergebnis nicht, wird es einfach gelöscht. Doch wie sieht es aus, wenn mir das Ergebnis gefällt? Bildbearbeitungsprogramme gibt es reichlich oder soll es doch out-of-the-cam sein? Kamera an den PC angeschlossen oder die Speicherkarte in das Kartenlesegerät stecken und schon können die Ergebnisse auf der Festplatte verewigt werden oder auch direkt in das gewünschte Programm importiert werden.

Ein Großteil der ambitionierten Hobbyfotografen, die Profis und Berufsfotografen werden so oder so das RAW Format nutzen, würden jetzt mit der Bearbeitung Ihrer Werke bzw. mit der Umbenennung und im Anschluss mit der Umwandlung in das gewünschte Dateiformat beginnen. Mit der Zeit wächst die Anzahl der Ordner und vielleicht auch der Unterverzeichnisse, sofern genutzt. Aber was wird aus den Dateien im RAW Format? Wenn man das gewünschte Ergebnis zum Beispiel im TIFF, PSD, JPG oder PNG Format erzielt hat, kann es mit unter passieren, dass man die RAW Datei aus den Augen verliert und somit in einem Unterverzeichnis sprichwörtlich versauern lässt. Bei heutigen Festplatten in TB (Terabyte) Größen leidet man nicht so schnell unter Speicherplatzmangel. Man steht eher vor 2 anderen Problemen. Das 1. ist die Unübersichtlichkeit durch mehrere, wenn nicht sogar hunderte Verzeichnisse und dann vielleicht sogar verteilt auf mehreren Partitionen oder sogar externen Festplatten, USB Sticks, Netzwerkfestplatten (NAS) oder Cloudspeicher.

Die zwei großen Stichworte heißen hier EXIF (Exchangeable Image File Format) im Jpeg- und Tiff-Format und der IPTC-NAA Standard, besser bekannt unter IPTC.
Unter der Bezeichnung Metadaten oder Meta-Tags sind diese Varianten den meisten eher bekannt. Einmal gepflegt verfügt man hier über eine mächtige Möglichkeit seine Fotos zu organisieren und wiederzufinden. Alle gängigen Kameramodelle unterstützen bereits die Exif Aufnahmedaten wie z.b. Kameramodell, Objektivdaten, ISO-Wert, Brennweite, Belichtungszeit, Datum und Uhrzeit. Mit diesen Informationen hat man schon viele Möglichkeiten seine Bilder wiederzufinden. Doch wem das nicht reicht, so ging es mir zum Beispiel, so fülle ich die Felder gemäß IPTC Standard noch viel gezielter. So das ich unter anderem Orte, Stichwörter und Kategorien nutze, um so meine Bilder schneller wiederzufinden. Zum Beispiel liefern Bildbearbeitungsprogramme mit Bibliotheken die Möglichkeit nach diesen Informationen zu suchen. Wer jedoch nicht mit einzelnen oder einer großen Bibliothek arbeiten möchte, für den gibt es viele Open Source Anwendungen um nach Exif oder IPTC Informationen zu suchen.

Ich habe dafür ein sehr gutes Beispiel: Vor kurzem wurde ich gefragt, ob ich schon mal Bilder von Lemuren aufgenommen hätte. In dem Moment hätte ich noch mit meiner alten Ordnerstruktur sicherlich die nächste halbe Stunde bis Stunde verbracht meine Tierverzeichnisse zur durchforsten, ob ich schon mal Lemuren abgelichtet habe oder nicht. Aber da ich die IPTC Daten fülle konnte ich so sehr schnell alle Aufnahmen finden, die ich mit dem Stichwort Lemuren versehen hatte.

Doch wie sieht es jetzt mit den RAW Dateien aus? Ich persönlich arbeite viel und sehr gerne mit mehreren Ebenen. Diese Werke speichere ich immer im PSD Format. So erhalte ich meine Ebenen und kann jederzeit diese in das gewünschte Dateiformat abspeichern. Ein großer Nachteil ist die Dateigröße, die noch weit über dem des RAW Formats liegt. Eines sollte man dabei nie vergessen, auch die besten Festplatten können ausfallen. Eine funktionierende Backup Strategie sollte man nie aus den Augen verlieren, denn wer möchte schon seine Arbeiten der letzten Jahre verlieren.

Zum Abschluss des heutigen Wochenthemas noch eine Bemerkung. Die Größen der Speicherkarte haben in den letzten Jahren rasant zugelegt. Gerade wenn man an die 32 Gbyte und 64 Gbyte Karten denkt. Mir persönlich sind Karten bis maximal 16 Gbyte lieber. Wenn eine kleine Speicherkarte nicht mehr lesbar ist kann man es vielleicht noch verschmerzen, doch wenn man eine große Speicherkarte nutzt und alle Aufnahmen einer Hochzeitsreportage, eines ausgefallenen Shootings in einer Location die man nur selten wieder nutzen kann oder auch ein unvergessliches Erlebnis aufgenommen hat und sie dann verliert, ist der Ärger größer als wenn nur ein Teil davon verschwunden wäre. ;-)

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