Kritik, Shitstorm oder Lob – Der eigene Stil in der Fotografie

Zugegeben, der Titel für meinen neuen Blogartikel ist vielleicht etwas provokant ausgewählt, doch offenbar ist dies Gang und Gebe geworden. Ich glaube, wir alle haben diesen Effekt schon erlebt. Sei es in der Fotografie, in der Kunst, in der künstlerischen Darstellung auf der Bühne oder auch einfach nur ein Thema aus den Medien, welches derzeit polarisiert, entweder bist du überragend oder bist schlecht. Scheinbar gibt es kein dazwischen mehr.

 

Sabrina_NebelIch bin täglich in verschiedenen sozialen Netzwerken unterwegs, vorwiegend in den Bereichen Fotografie und in den entsprechenden TfP Gruppen. Was ich dort immer wieder sehen muss ist alles andere als konstruktive Kritik. Jemand der noch ganz frisch in der Fotografie unterwegs ist und wirklich einen Rat zu einer Aufnahme sucht oder ein Model, welches stolz auf ihr erstes oder eines ihrer ersten Shootings ist, präsentieren Fotos aus diesen Shootings und hoffen so auch auf andere (Hobby-) Fotografen, die auf sie aufmerksam werden, neue Anfragen zu erhalten. Was daraus folgt sind Bewertungen auf hohem Niveau, welches kein Neuling erreichen kann. Kein (Hobby-) Model kann nach den ersten Shootings ein professionelles Posing beherrschen, auch wenn der Fotograf noch so gut ist und die entsprechenden Anweisungen geben kann. Die Professionalität folgt mit der Erfahrung. Genauso sieht es mit den (Hobby-) Fotografen aus. Zu Beginn sammelt man die Erfahrung im familiären Umfeld und auch im Freundeskreis, bevor man sich wirklich an die ersten TfP Shootings heranwagt. Wie kann man solche Anfänge und Hilfegesuche nach Unterstützung mit Profiaufnahmen vergleichen?

 

Vielleicht auch mal ein simpler Vergleich: Du hast gerade den Führerschein gemacht, du warst durch die Fahrstunden auf die Abmessungen eines Mittelklassewagens eingestellt. Jetzt kaufst du dir einen gehobenen Mittelklassewagen, nicht nur das er andere Abmessungen hat, du fährst ihn alleine und jetzt stehst du vor der Situation rückwärts einzuparken. Du erkundigst dich bei mehreren erfahrenen Autofahrern, die unter anderem einen Kombi, einen Van, eine große Limousine oder auch einen Kleinwagen fahren. Was passiert? Niemand von denen bietet Verbesserungsvorschläge an, sondern alle wissen es besser und denken nicht mal dran konstruktive Kritik zu üben.

 

Was mich daran wirklich enttäuscht, aus fast allem entwickelt sich mittlerweile ein Shitstorm. Selbst ein Kleiner kann zu einem Großen ausarten. Vor kurzem erlebte ich ein sehr gutes Beispiel hierfür. Ein junges Hobbymodel, mit der ich in Kürze auch zusammenarbeiten werde, sammelte ihre ersten Erfahrungen vor der Kamera. Als sie dann ein Shooting hatte, welches ihr selbst viel Shooting-Sonja02bedeutete und deren Ergebnisse sie begeisterte, stellte sie diese Arbeiten in einer entsprechenden Gruppe bereit und was passierte, es entstand ein kleiner Shitstorm, der auch gut zu einem Großen hätte ausarten können. Erst ging es nur darum, wie man sie in einer Lost Places Location ablichten konnte, dann ging es in Richtung Belichtung und last but not least, wurden auch noch diejenigen angegriffen, teilweise persönlich, denen die Bilder gefallen hatten und zu denen sie positive Kommentare abgaben.

 

Die Gründe hierfür waren offensichtlich, der (Hobby-) Fotograf hatte einen eigenen Stil und diesen hat er gut eingefangen und meiner Meinung nach umgesetzt. Weshalb überhaupt der Shitstorm begann, die Aufnahmen wurden mit den typischen Standard Portraits und Standard Beauty Shootings verglichen. Für mich ein absolutes No Go.

Fotografie ist für mich immer noch eine Kunstform und ich kann schlecht Van Gogh mit Michelangelo vergleichen. Gerade ich distanziere mich von der Standardfotografie. Unabhängig, ob es sich um Landschafts-, Tier-, Natur- oder um die Peoplefotografie handelt, ich möchte dem Betrachter meiner Arbeiten meinen Stil und meinen Blickwinkel offenbaren. Gerade in der Fotografie sehen viel zu viele Arbeiten gleich aus und dann wird noch von Individualismus gesprochen.

 

Meiner Meinung nach hätte dieser Widerspruch viel mehr Anspruch auf einen Shitstorm, als Anfänger die stolz auf ihre ersten Arbeiten sind und sich über konstruktive Kritik freuen würden.

 

10 Kommentare

  1. Ich schreib einfach mal was…
    Bin nun schon seit dem Jahre 1992 mit der Kamera bewaffnet und habe alle Höhen und Tiefen mit FC’s und sonstigen Forengetümmel durch. Nie wieder!… Obwohl… in den ersten 4 Jahren in der FC habe ich viel gelernt, verdammt viel. Da waren auch noch die Profis sehr zugänglich. Mit einigen tausche ich mich sogar heute noch aus – aber nicht über die FC… die ist schon lange tot für mich. Übrigens gibt es auch sehr schöne Anekdoten über die größte aller Messen zur Knipserei, der Photokina, zu lesen… Aber ich will nicht abschweifen.
    Seit 1992 mache ich auch einige Fotoclubs unsicher. Zurzeit den in Schleswig. Allerdings auch nicht mehr so wie früher. Wenn man sechs mal in Folge den Clubmeister macht, fragt man sich auch – He – geht’s noch? So ein Fotoclub ist eigentlich wie eine Fotocommunity. Nur mit Auge in Auge. Da überlegt man sich lieber vorher was man sagt… Dennoch. Wer bei den Wettbewerben des DVF mitmacht, merkt sehr schnell – oder nie – je nachdem wie blind man ist – dass irgendwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Oftmals sieht man immer die gleichen Namen auf den Bestsellerlisten. Liegt es wirklich daran, dass die so viel besser fotografieren? Hab ich ein, zwei Jahre auch gedacht. Bis mir zu Ohren kam, dass von den Cracks gezielt nach Jurorengeschmack fotografiert wurde. Schöne heile Fotowelt. Also gab ich nach 6 Jahren die Wettbewerbsfotografie auf.
    Viel schlimmer als diese Tatsache ist aber eine andere. Will man in den FC’s mitmischen must Du eine bestimmte Klientel bedienen. Nicht umsonst sind z.B. in der sogenannten Galerie der FC nur Bilder gleichen Schlages. Alle klinisch rein. Keine Ecken, keine Kanten – absoluter Mainstream wie er mit Digitalkameras möglich ist. Die Freunde von analoger Fotografie werden so oder so klein gehalten. M.E. gibt es kein analoges Bild in der „Galeere“. So viel dazu.
    Der eigene Stil – darum geht’s. Na klar – irgendwann wird man ihn erreichen. Oder auch nicht. Nur – nicht von heute auf morgen. Viele haben ihn nie erreicht und machen heute ganz was anderes. Ich glaube meinen in den vielen Jahren gefunden zu haben. Er steht und da gibt es nichts dran zu rütteln. Ich feile zwar an Feinheiten, aber das macht ja schließlich jeder in diesem Hobby.
    So, nun kommen die Anmerkungen zu den Bildern… Das ist wie in ein Wespennest zu stechen…
    Normalerweise sollte man die ausgesuchten Fotografen/innen vorher über e-mail, falls möglich, fragen ob sie mit einer Kritik einverstanden sind, falls nicht ausdrücklich im about/Über mich verankert. Man würde sich viel Ärger sparen. Denn es passiert ja im Grunde genommen immer das Gleiche: Ich sehe ein Bild einer sagen wir mal Fotografin, das Bild gefällt mir im Grunde sehr gut, finde aber im Nachhinein – denn die Betrachtungszeit ist in so einem Fall doch ziemlich lang – ein paar Fehler die nicht sein müssten… bin ich auf dem falschen Dampfer kann es mir bei einer Antwort mitgeteilt werden und die Diskussion geht weiter. Oder auch nicht. Ich versuche schon so nett wie möglich meine Bedenken zu formulieren, es soll nie ein Angriff auf das Bild oder die Person sein – denn bei einigen Weicheiern kommt mir das so vor, als würde ich denen an die Wäsche wollen.
    Ehrlich? Das musste ich aber auch erst lernen. Und wenn man das verinnerlicht hat, geht man auch ganz anders an die Geschichte heran.
    Selbst wenn man mich heftig kritisiert, gebe ich meinen Standpunkt dazu und lasse die Comments stehen. Die, die mich oder meine Arbeit kennen freuen sich über so was… Inkompetenz ist auch eine Kompetenz…
    Ich will noch kurz die Stelle aufrufen mit der Entstehung des „Shitstorms“… Verzeih mir, ich bin nicht in diesem Saftladen und ich denke auch nicht im Traum daran jemals in diesen einzutreten. Es geht auch sehr gut ohne eine Berg von Zucker…
    Du schreibst: … Weshalb überhaupt der Shitstorm begann, die Aufnahmen wurden mit typischen Standard Portraits (?) und Standard Beauty (?) Shootings verglichen… etwas weiter unten lese ich dann … Gerade ich distanziere mich von der Standardfotografie…

    Bleiben wir bei den Portraits… Wenn ich mir die von Jessi z.B. ansehe, sehe ich 9 mal das gleiche Bild, Standard… da ändert auch der Weichzeichner nix. Auch alle anderen… Standard, nix das zu Höhenflügen meinerseits anregen würde. Den Vogel hast Du allerdings mit Michelle abgeschossen. Ich habe tausend Bilder im Kopf, mit Staub und Dreck… richtig eingesetzt ich kenne ja die Örtlichkeiten nicht, aber das sind schon fast Beautyshots… Deine Erklärung zum Posting des Bildes kann ich so nicht nachvollziehen.
    Auf mich wirken die Bilder wie gewollt und nicht gekonnt. Oder besser weder Fisch noch Fleisch…
    Du siehst also, es gibt verschiedene Wahrnehmungen. Ob meine die richtige ist, weiß ich ja auch nicht. Ich kann Dir nur sagen, was ich in all den Jahren Portrait und Aktfotografie gelernt habe. Und das ist nicht wenig. Und Du siehst ich beziehe mich nur auf die Bilder. Ich habe Dich nicht angegriffen oder gar über Dich gelästert. Über die Mädels habe ich auch kein Wort verloren. Mache ich auch nicht – die müssen ihren Job genauso machen wie Du… Über Anmerkungen wie : Echt tolles Modell… und sonst nix – da krieg ich Plaque. Das weiß ich selbst, das meine Mädels toll sind… So was kannst Du gleich in den virtuellen Mülleimer schmeißen…
    Im Endeffekt ist es doch so: Jeder der einen Komment abgibt hat mehr oder weniger zu sagen. Was für Dich davon wichtig ist wirst Du hoffentlich mitnehmen, alles andere ist eh egal…

    Süße Grüße aus dem Candy Shop

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    1. Dirk Autor

      Hallo Candy Shop,
      erstmal möchte ich dir Danke sagen. Genau diese Offenheit gefällt mir. Meinungsäußerung ist enorm wichtig. Unabhängig davon würde ich nicht im Traum daran denken, dass dahinter ein Angriff oder eine Abwertung mir gegenüber oder gar dem Model gegenübersteht. Jeder der die Fotografie zu seinem Hobby macht und diese Bilder veröffentlicht und damit präsentiert , sollte sich darüber im klaren sein, dass nicht jedem die Bilder gefallen oder das auch mal ehrliche Kritik geäußert wird, die einen Hauch (oder auch mehr als das) an Missfallen beinhaltet. Gerade wenn es um das Thema Mainstream geht steht man vor der Frage wie definiert man Mainstream? Die Bilder mit Jessi sind zu Beginn der Portraitfotografie entstanden. Heute würde ich einiges anders machen, aber das bringt nun mal die Erfahrung mit sich und die Tatsache, dass ich mich mit jedem Shooting weiterentwickle.
      Bis vor einiger Zeit war für mich das Werk des Berges aus Zucker ein adäquates Mittel um mit Fotografen (nicht nur Hobbyfotografen) und Modelle in Verbindung zu treten. Doch leider hat dieses Konstrukt große Risse erhalten und ich kann immer mehr nachvollziehen, weshalb viele diesem Medium den Rücken kehren. Doch um jetzt nicht zu sehr abzuschweifen, hat mich dein Kommentar zum Nachdenken angeregt und genau das erwarte ich auch von jedem Kommentar. Schließlich suche ich keine Lobhascherei.
      Schade finde ich einfach immer wieder, dass viele offenbar nur Lob suchen anstatt Kritik als gegebenes Mittel zur Analyse der eigenen Arbeiten anzusehen.

      Viele Grüße
      Dirk

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  2. Das ist ein verdammt schweres Thema.

    Ohne Kritik lernt man nicht. Man muss definitiv nicht jede Kritik annehmen, aber anhören kann man sie sich. Gute Kritik wird meistens begründet. Mal darüber nachzudenken, was andere schreiben oder denken kann ja nicht grundsätzlich falsch sein.

    Leute die nicht fotografieren sehen Bilder ganz anders als die die fotografieren. Je intensiver sie sich damit auseinander setzen, desto mehr „sehen“ sie. Die jungen Modelle finden fast alles toll. Ich glaube nicht, dass die Meinung das Maß der Dinge sein kann. Vielleicht sind die Bilder besser als die, die der X oder der Y gemacht hat. Aber ist da keine Luft mehr nach oben? Stellt sich die Frage, was man will.

    Ich stimme Dir insofern zu, dass nicht jeder die gleichen Fotos machen muss. Man muss auch einfach mal was ausprobieren. „Kunst“ schwimmt auch mal gegen den Strom. Jeder muss da seine eigenen Ideen entwickeln können. Auf dem Weg zu dem eigenen Stil könnten aber Tipps hin und wieder hilfreich sein.

    Wenn man zunächst mal das Wort „Kritik“ als positiv ansieht… der andere hat sich Dein Bild angeschaut, er hat sich Zeit genommen darüber nachzudenken und das auch noch in Worte gefasst und für dich und andere aufgeschrieben. Dafür bin ich zumindest erst mal immer dankbar. Ich spreche hier von Kritik – nicht von den Lemmingen, die da oft folgen und einen lächerlichen Shitstorm nach sich ziehen, der oft seinesgleichen sucht. Ich spreche hier von anständiger, begründeter Kritik, die meist unmittelbar vor dem Shitstorm steht.

    Der nächste Punkt ist der, dass ich ein Bild in einer Gruppe X poste. Ja, wenn ich den Leuten in einer Facebookgruppe meine Bilder zum Fraß vorwerfe, dann fressen die für gewöhnlich auch. Oft sind in den Gruppen unüberschaubar viele Leute von denen man gar nicht weiß, wie gut die eigentlich selber sind. Also muss ich damit rechnen, dass sie mein Bild zerreißen. Ich kann aber auch nicht verlangen – wo auch immer – dass ich meine Bilder zeige, mir wünschen, dass sie angeschaut werden und dann nur likes verlangen. Die, die sich trauen ihre Meinung zu schreiben sind doch viel wertvoller als die Liker, die wiederum auf Likes von dir hoffen, weil sie dir doch auch Honig um den Bart geschmiert haben.

    Wenn ich eine Kritik schreibe, dann ist das erst mal meine Sichtweise. In einer Diskussion, die hoffentlich darüber entsteht, kann auch ich davon überzeugt werden, dass ich mit der Kritik falsch lag. Es ist erstmal eine Diskussionsgrundlage. Andererseits könnte auch der Gegenüber was davon mitnehmen, oder jeder bleibt bei seiner Sichtweise. Alles ist möglich. Kritik sehe ich nur als Angebot.

    Bildbesprechungen? Ich denke Facebook ist dafür aber die falsche Plattform. Ich würde schauen, wo Leute sich austauschen, die weitaus bessere Bilder machen als ich. JA, da werde ich ordentlich „Haue“ bekommen ;-) Aber genau das ist meine Chance zu lernen!!! Von denen die mir Honig um den Bart schmieren kann ich nichts lernen!!! Wenn immer wieder kritische Meinungen als BÖSE hingestellt werden, werden wir irgendwann keine Kritiken mehr bekommen und nicht mehr daran lernen können. Wenn Dir wirklich gute Leute helfen, dann bestimmt nicht, weil die Langeweile haben. Und wenn ihr meint, dass da draußen nur böse Leute sitzen, die euch was böses wollen, wenn sie sich kritisch zu euren Bildern äußern, dann denke ich, tut ihr vielen Unrecht. Warum sollten sie sich die Zeit nehmen, warum sollten sie sich mit deinem Bild beschäftigen? Seht doch solche Kritik mal als Geschenk an.

    Natürlich gibt es Ausnahmen… grundsätzlich suche Dir ein gutes Forum mit guten Leuten – das kann man durch Beobachten der Kommentare dort relativ schnell herausfinden. Vielleicht Fotostammtische, wo man den Leuten ins Gesicht schauen kann, wenn sie Kritik äußern. Such da, wo Speck nach oben ist, damit du dich entwickeln kannst, wenn du das willst. Wenn Du das unbedingt bei Facebook machen willst – gehe auf die ordentlichen Kritiken gut ein und lass die Lemminge links liegen. Wenn die keine Bühne bekommen, dann trollen die sich eh wieder. Wer den Troll füttert ist selber schuld ;-)

    Das Bild hier im Beitrag hätte ich vermutlich auch anders gemacht. Nicht, weil ich Dir damit einen auswischen möchte, nein, weil das Bild so nicht meine Art, meine Sichtweise wäre. Wenn Du damit glücklich bist, dann ist das ok für mich. Umgekehrt würdest Du vielleicht einige Bilder von mir anders machen. Das ist ok so, weil es dann Deine Bilder sind. Regt euch nicht so viel auf – geht raus fotografieren!!!

    Und jetzt – positiv denken!

    Liebe Grüße
    Birgit

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    1. Dirk Autor

      Hallo Birgit,
      vielen Dank für deinen ausführlichen und inspirierenden Kommentar. Du hast es sehr deutlich auf den Punkt gebracht. Gerade „Wer den Troll füttert ist selber schuld“ spricht es sehr deutlich aus. Manchmal werde ich den Eindruck nicht los, dass vor allem die „only Facebook-Publisher“ nur für Likes und Facebook-Bestätigungen fotografieren. Über kurz oder lang stellt man fest, dass keine gerade Linie vorhanden ist und diese jegliche Kritik nicht von Meinungsäußerung unterscheiden können.

      Ich finde es sehr gut, dass das Bild des Beitrags nicht deine Art bzw. Sichtweise wäre. Genau das macht die verschiedenen (Hobby-) Fotografen aus. Wenn alle aus der gleichen Sichtweise bzw. aus dem selben Blickwinkel fotografieren, wäre es doch auf Dauer etwas langweilig.

      Liebe Grüße
      Dirk

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  3. ich versteh sehr gut was du da schreibst. ich hab das auch schon wahrgenommen, nicht nur in den fotogruppen, auch in anderen gruppen. das hat mittlerweile dazu geführt, dass ich selber eigentlich nirgends mehr lust habe was zu posten. ich weiß, dass meine bilder nicht auf dem niveau eines profifotografen sind, aber den anspruch erhebe ich auch nicht. die art und weise, wie kommentiert wird, ist oft derart gemein und untergriffig, das ist schon wirklich uninteressant für mich. schade, dass sich das so entwickelt hat. ich erinnere mich noch an zeiten, in denen es foren gab, wo man wirklich fragen konnte und hilfe bekam. das ist aber schon lange her – denn selbst dort hat sich der ton über die jahre geändert. mir kommt vor, als hätte das internet irgendwann die „kritische masse“ überschritten und ist von interessierten und hilfsbereiten nerds (ich zähle mich da acuh gewissermaßen dazu) zu einem contentproduzierenden massenmedium geworden. damit haben halt auch alle schlechten eigenschaften einzug gehalten und die ellbogentypen verdrängen alle anderen.

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    1. Doerky Autor

      Du schreibst mir wahrlich aus der Seele. Dieser Massencontent unter Bilder beinhaltet entweder Lobgesänge oder einen fast ausartenden Shitstorm. Konstruktive Kritik beherrschen nur sehr wenige und wenn dann doch mal weiterführende Kritik geäußert wird, nehmen diese andere zum Anlass dies für eine Grundsätzdiskussion zu benutzen. Schade daran ist vor allem wie viele sich dann daran beteiligen, die eigentlich nur das wiedergeben was schon längst geäußert wurde und man dreht sich nur noch im Kreis.
      Entscheidend ist immer noch der Anspruch, den man an sich selbst hat. Ich selbst bin ein selbstkritischer Mensch, vor allem wenn es um meine Fotografien geht. Ich bin noch lange nicht da angekommen, wo ich eigentlich hin will. Ich poste immer mal wieder Bilder auf meiner Seite bei Facebook, doch ich merke derzeit immer mehr, dass mir mein Internetauftritt und mein Blog wichtiger werden. Die Rückmeldungen, die ich hier bisher bekommen habe, helfen mir eher weiter, als die unqualifizierten Äußerungen in den diversen Facebookgruppen bzw. in Communities und Foren im Web.

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      1. ich seh das ähnlich. ich habe auch eine facebookseite und poste dort meine artikel, aber ich bin in keinen bloggerforen oder ähnliches, einfach, weil ich auf solche leser ohnehin keinen wert lege.
        ich hab oft das gefühl, dass sich die leute dort nur selbst profilieren wollen und sich wichtig machen. alles andere ist total unproduktiv. richtig schade :(

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        1. Doerky Autor

          Das ist es wirklich. Ab und an Poste ich meine Seite auch in Gruppen zur Erhöhung der Beitragsreichweite, doch leider bekommt dort nur ein Like für seine Seite, aber kein wirklich entgegengebrachtes Interese, für das was man wirklich präsentiert. Am Anfang war es wirklich schwer seine Seite bzw. seinen Blog bekannter zu machen und mehr Leser zu erhalten. Instagram und Twitter habe ich für mich als sinnvolles Medium entdeckt um Artikel und neue Werke aus Shootings zu präsentieren. Ich sehe alleine wie hoch mein Rating wird, nachdem ich dort Artikel poste oder sogar durch einen kleinen Snapshot via Instagram auf meine Seite locke.
          Leider nutzen nur wenige die Kommentarfunktion, doch Email ist hierbei ein wieder gern genutztes Medium geworden.

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  4. Ich kann Deinen Unmut sehr gut nachvollziehen. Daher meide ich inzwischen alle Fotografengruppen und Diskussionen über Fotos.

    Die Fotografie bietet so viele Möglichkeiten, unendlich viele Wege wie man ein Foto gestalten, bearbeiten kann. Warum soll ich mir ständig, von irgendwelchen „Wir-bestimmen-was-toll-ist“-Menschen vorschreiben lassen, was gut und richtig ist.

    Jeder Fotograf hat seinen eigenen Stil, entwickelt diesen weiter, ändert ihn auch mal. Und das ist genau richtig so. Und vieles ist oft einfach Geschmackssache – und darüber kann man dann einfach nicht diskutieren.

    Zumal es meist, wie Du schon schreibst, in eine arg persönliche Schiene abrutschen. Ein „Das Bild gefällt mir nicht“ wäre ja zu akzeptieren – aber oft kommt dann eher ein „Was hast Du da für eine Scheiße gemacht“.

    Das beobachte ich schon lange – man denke nur an die Schlachten unter den Galeriebildern in der Fotocommunity. Daher, für mich war es dann irgendwann. Ich zeige meine Bilder auf meinen Blog – wenn sie gefallen, dann freut mich das – wenn sie nicht gefallen kann ich auch damit leben. Aber ich lasse die nicht mehr von irgendwelchen „Fotogrößen“, die in einem ganz anderen Segment und Stil zu Hause sind, zerreißen.

    Ein schönes Pfingstwochenende,

    Thomas

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    1. Doerky Autor

      Danke Thomas. Das selbige wünsche ich dir auch.
      Eigentlich sind manche TfP Gruppen gar nicht so schlecht. Nur leider sind es diese „ich habe das 399,-€ Paket mit 2 Objektiven aus dem Angebot gekauft und bin jetzt Profi“ Möchtegern Fotografen die jenigen, die vieles zerstören. Jeder fängt mal klein an, doch sollte man nicht auf wenig versuchen die Posings der Großen zu kopieren. Gerade in der FC erfährt man so gut wie keine konstruktive Kritik.
      Ich muss sagen, dass gerade die Mund- und Mailpropaganda viel mehr bringt als alles andere. Was jetzt nicht heiß, dass ich in speziellen Gruppen des sozialen blauen Riesen nicht weiterhin nach interessanten Modellen suchen werde. Leider wird es immer schwerer. Aus diesem Grund habe ich auch mit meiner Blogserie „Kommunikation TFP-Shooting“ begonnen.

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