Vor gut 174 Wochen trat die DSGVO (EU Datenschutz-Grundverordnung) in Kraft. Für mich ein Zeitpunkt, um zurückzublicken. Nicht nur durch meinen IT Background, sondern auch was sich wirklich dadurch ver-(schlimm)bessert und verändert hat. Jeder von uns hat mittlerweile diese Abkürzung gehört und meistens wurde es einfach als zu kompliziert abgetan. Doch was hat dir persönlich die DSGVO gebracht? Sind deine Daten nun besser geschützt? Weißt du welcher Anbieter, welche Firma, welcher Online-Dienst welche Daten von dir wo speichert und ob sie überhaupt gespeichert werden? Wie gehst du damit um, wenn deine Daten in ein Drittland übermittelt werden? Weißt du was ein Drittland lt. DSGVO ist? 

Ich kann mich noch an den Dezember 2017 / Januar 2018 erinnern. In dieser Zeit begann bei vielen Betreibern von kleinen Internetseiten/Blogs mit Newsletter, Anmeldeverfahren und kleinen Webshops immer mehr Unruhe zu entstehen. Die einen löschten direkt alles. Die anderen wollten damit bloß nichts zu tun haben. Soll der 25. Mai 2018 etwa alles in Frage stellen? Für viele schien das Thema etwas völlig Neues zu sein. Was passiert, wenn der 25. Mai 2018 vorbei ist?

DSGVO – Das Ende des Internets, wie wir es kennen? 

Ich habe mich schon früh mit der DSGVO auseinandergesetzt und ja, ich habe sie komplett gelesen. Insgesamt 3-mal. Wenn mich jemand danach fragte, hast du sie denn auch verstanden? Natürlich, denn so schwer empfand ich sie nicht. Dennoch gibt es viel zu viel Interpretationsspielraum für verschiedene Bereiche. Mein absoluter Favorit ist bis heute der Artikel 6 „Rechtmäßigkeit der Verarbeitung“ – „Die Verarbeitung ist nur rechtmäßig, wenn mindestens eine der nachstehenden Bedingungen erfüllt ist:“ darunter der Absatz D: „Die Verarbeitung ist erforderlich, um lebenswichtige Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person zu schützen“. 

Bevor die Umsetzung erfolgte hat mich diese Umschreibung nicht mehr losgelassen. Lebenswichtige Interessen fanden zum damaligen Zeitpunkt zwischen dem 25. Mai 2016 bis 25. Mai 2018 keine genaue Erwähnung. Für mich ist meine Kamera lebenswichtig. Die Luft zum Atmen und gesund zu sein ist ebenso lebenswichtig. Nur in wie weit bezieht sich das auf den Datenschutz. Ab wann können gespeicherte Daten von mir durch eine Behörde, ein Unternehmen oder ein anderweitiger Dienstleister verarbeitet oder übermittelt werden? Mittlerweile findet man in den Erwägungsgründen Erläuterungen, Zusammenfassungen und Beschreibungen (diese viel zu oft nur inoffiziell), was diese lebenswichtigen Interessen darstellen. Für viele von uns ist das Internet lebenswichtig und nirgendwo anders, sind wir alle bereit unsere persönlichen Daten so schnell offenzulegen, speichern zu lassen und Cookie Hinweise, Datenschutzerklärungen und Datenverarbeitungserklärungen abzuhaken, ohne sie gelesen zu haben. Hat die DSGVO das Internet verändert? Ja und das im entscheidenden Maße. Vieles ist verschwunden, was das Onlineleben erschwert hat. Vieles ist jedoch auch hinzugekommen, was uns, wenn auch nur zum Teil, aufmerksamer gemacht hat, wenn unsere Daten irgendwo angegeben werden müssen, gespeichert werden oder übermittelt werden. Nur leider gibt es dort noch einen alltäglichen Begleiter, bei dem viel zu viele sich in einer nicht existenten Sicherheit wiegen.

Das Smartphone – Was interessiert mich dabei die DSGVO… „Sie haben eine neue Nachricht“

Eine Suche im Web hier, eine Sucheingabe in einer App dort und vielleicht noch das neue Rätselspiel. Schnell heruntergeladen. Schnell gespeichert. Schnell die Suche noch absenden. Das mobile Internet hat uns das Leben einfach erleichtert. Die bunte Welt der Apps macht es möglich. Das Smartphone bietet ein ganz wunderbares Feature. Viele von uns nutzen gerne den schnellen Zugriff auf die Navigation, ich im Übrigen auch. Schnell die Straße und den Ort eingegeben und schon weiß ich wo ich langfahren oder langlaufen muss. Aber was passiert mit den Daten des Ortes, an dem du dich gerade aufhältst? Was glaubst du, wie schützt dich die DSGVO dabei? Was macht deine Lieblings-App mit diesen Daten? Werden sie gespeichert? Werden sie verarbeitet oder gesendet? Sind das überhaupt persönliche Daten? Leider verführt das Smartphone zu sehr dazu jeglichen Datenschutzgedanken zu verwerfen. Gerade bei diesem Thema gibt es einen ganz wichtigen Aspekt, dein Mobilfunkanbieter. Welche Daten werden von dir und deinem Handy gespeichert und wo werden sie gespeichert? Weißt du wie lange sie gespeichert werden? Kennst du überhaupt die Datenschutzerklärung deines Anbieters? Wann und an wen werden deine Daten herausgegeben? 

Doerkygraphy & DSGVO: Eine Erklärung mit einem kleinen Fazit

In diesem Blogbeitrag habe ich absichtlich viele Fragen in den Raum gestellt. Wer mich kennt weiß, dass ich aus der IT komme und mir der Datenschutz sehr wichtig ist. Ich erlebe immer wieder wie sehr der Datenschutz, vor allem in der Fotografie mit Füßen getreten wird und einfach völlig ignoriert wird. Das hat es bei mir schon vor der DSGVO nicht gegeben und das wird es in Zukunft auch nicht geben. Jeder meiner Kunden, sei es von Hochzeiten, Pay-Shootings, gewerbliche Aufträge oder auch aus TFP-Verträgen, jeder bekommt von mir das höchste Maß an Datenschutz. Aber nicht, weil die DSGVO es vorschreibt, sondern weil ich diesen Anspruch an mich selbst habe. Vor kurzem habe ich selbst die Dienstleistung eines Fotografen bzw. Fotografin in Anspruch nehmen müssen. Was ich dabei erleben musste und warum ich unbedingt für Aufklärung sorgen möchte, dass erfahrt ihr in meinem nächsten Blogbeitrag, denn Doerkygraphy & DSGVO wird eine neue Serie werden und ihr erfahrt, warum meine Kunden auf Wunsch wählen dürfen, wo ihre Daten (wenn ich sie zur Datenverarbeitung speichern muss, gespeichert werden?)

Welche Erfahrung hast du denn mit der DSGVO gemacht? Schick mir eine E-Mail oder kommentier direkt unter diesem Beitrag.

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