Die Gradationskurve in der Tierfotografie

Die Tierfotografie kann bei der Motivwahl eine regelrechte Geduldsprobe werden. Mal liegt man im Gras, mal hockt man im Zoo, mal lehnt man quer im Gebüsch oder liegt bzw. steht bis zum Bauch im Wasser, um so das gewünschte Motiv abzulichten. Doch wie sieht es aus, wenn man das gewünschte Motiv (auf keinen Fall das Tier) eingefangen hat, das Motiv in Photoshop, Lightroom, Gimp, Corel, etc. geladen hat, geringe Anpassungen vorgenommen hat, um die Natürlichkeit noch etwas zu erhöhen oder die Intensität erhöht hat, aber dennoch der Aha-Effekt ausbleibt. Ganz klar, das Bild zu löschen käme für mich nicht in Frage. Eine Umgestaltung, vielleicht auch ein Composing daraus zu kreieren ist vielleicht eine Möglichkeit, jedoch würde ich dem Bild hiermit jede Form von Natürlichkeit nehmen, die gerade in der Tierfotografie von entscheidender Bedeutung ist.

Natürlichkeit einen kreativen Look verleihen

In den letzten Wochen habe ich meinen Blog und meine Facebookseite aus Zeitmangel deutlich passiver behandelt, als ich es vor hatte. Aus diesem Grund wurde es mal wieder Zeit meine Galerien zu bearbeiten. Damit verbunden ging ich meine Bilderbestände aus dem vergangenen Jahr durch und wurde auf einige Aufnahmen exotischer Vögel aufmerksam. Der gewünschte Aha-Effekt fehlte jedoch, wie schon oben beschrieben. Ich wollte einfach diese eine entdeckte Aufnahme nutzen, dem ganzen Bild dafür eine andere Wirkung verleihen mit Hilfe der Gradationskurve. Für mich ist diese Funktion ein sehr mächtiges und wirksames Werkzeug in der Bildbearbeitung. Auf Basis des Histogramms des Bildes, kann ich gezielt auf die RGB-Farben Einfluss nehmen und dem Bild einen völlig neuen Wirkungsgrad verleihen. In der Regel nutze ich dies nur für Landschafts- und vor allem in der People-/Portraitfotografie. Aber in der Tierfotografie?

Neue Wege gehen mit der Gradationskurve

Wer meine Arbeiten verfolgt oder mit mir ein Shooting hatte weiß, dass ich gerne andere Wege. So auch bei dieser Aufnahme. Gerade in der Tier- und Naturfotografie erlebt man besondere Eindrücke, wenn die Bilder erstmal auf dem Monitor zu sehen sind. Wenn es gerade darum geht die Farben so echt wie möglich darzustellen, kann man auch mal einige Überraschungen erleben. (Vorausgesetzt der Monitor kann die Farben auch richtig darstellen und wurde kalibriert)

Exot vor dem Abflug

Bei meinem Motiv bestand die große Herausforderung im Hintergrund. Das mir der exotische Vogel nicht in freier Wildbahn vor die Linse geflogen ist, steht völlig außer Frage. In verschiedenen Zoos und Tierparks verhindern oft die Hintergründe ein tolles Werk  zu erschaffen. Genau dann kann ein ausgefallener Bildlook die Lösung sein.
Ich wollte die Farbenpracht erhalten und sie ein wenig mit dem Hintergrund verschmelzen, aber nur in einem angemessenen Rahmen. Durch die Gradationskurve konnte ich gezielt die Grün- und Rot Werte verändern, um der gesamten Aufnahme ein neues Aussehen zu geben und zusätzlich den Kontrast etwas verringern. Herausgekommen ist für mich ein neuer Look, der sicherlich nicht auf alle Tieraufnahmen zugeschnitten werden kann, doch bei diesen Hintergrundbedingungen etwas künstlerisches herauskitzeln konnte, ohne für den Betrachter zu übertrieben zu wirken.

 

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