Luxor – Kamera, Akkreditierungen und Hatschepsut

Wenn es um Tempelanlagen, Sightseeing, Pharaonen und den Nil geht, dann fallen einem 2 Begriffe sofort ein, Theben und Luxor. Nicht nur das Luxor die größte oberägyptische Stadt ist, sie direkt am Ufer des Nils liegt, sie liefert einem mehr als das eine oder andere Motiv. Luxor ruft förmlich danach „lade die Akkus“, „leere deine Speicherkarten“ und „schnapp dir deine Kameratasche“. 🙂

In meinem vorherigen Beitrag schrieb ich euch von meiner Überlegung, den Ausflug nach Luxor selbst zu organisieren und mit einem Mietwagen dort hinzufahren. Immer von der Sorge getrieben, werde ich genügend Zeit haben, um zu fotografieren… Der Reiseleiter wolle sich darum kümmern und empfahl mir den Mittwoch zu buchen, erwartungsgemäß sei diese Tour kleiner und man hat deutlich mehr Zeit. Doch leider gab es doch noch einen Wehrmutstropfen, gerade in der Zeit, in der ich mich in Hurghada befand, konnten die Memnonkolosse und der Luxor Tempel bei dieser Tour nicht besichtigt werden. Dennoch bot das Ausflugsprogramm viel, richtig viel, mit der einen oder anderen Überraschung.

5:10 Uhr – Abholung vom Hotel

Kamerarucksack war gepackt, ich wollte auf alles vorbereitet sein, was mich nur in irgendeiner Form erwarten konnte. Zugegeben, an den vorherigen Tagen informierten mich bereits die einen oder anderen Gäste darüber, dass die Tour nicht da sein, was man überall zu lesen bekommt und eigentlich kaum Fotomotive da seien. Mal ehrlich, wer mir das sagt, weckt meine Neugier und die Jagd nach Motive ist jetzt erst recht eröffnet. Dennoch mussten jetzt erstmal mindestens 3,5 Stunden Busfahrt hinter einen gebracht werden. Was soll ich euch sagen… im November in Ägypten, Morgens um 5:10 Uhr seht ihr nichts anderes als beleuchtete Straßenabschnitte und Laternen. Nachdem die ersten Mautstellen passiert waren, begann so langsam die Sonne aufzugehen und diese ersten schönen Kulissen zogen an einem vorbei. Ein Großteil der Strecke verläuft quer durch die Wüste und alleine dieser Streckenabschnitt bot immer wieder aufregende Aufnahmen.

Wüstenpanorama auf dem Weg nach Luxor

Ich bin ein großer Freund von Naturlandschaften. Bäume, Gräser, Büsche, kleine Flüsse oder auch Seen, kennt man von Zuhause. Doch gerade die großen Naturareale, unter anderem Wüsten, haben für mich immer etwas besonderes und bieten ein Ambiente, welches mehr als nur einmal zum Träumen einlädt. Gerade in der Phase, wie ich nach meinem Urlaub, die Bildselektionen durchführte, sind mir immer wieder Aufnahmen aufgefallen, bei denen ich wirklich dachte, ich befinde mich gerade in der Wüste von Nevada oder New Mexico, lediglich die Kakteen fehlten.

Ein Blick durch den Gang hatte schon was

Eine lange Busfahrt ( noch ahnte ich nicht, was mich wenige Tage später nach Kairo erwartete ) ist jetzt nicht das besondere Urlaubserlebnis, doch diese Busfahrt, mit diesem Ausblick, immer neue Formationen in der Landschaft und einem strahlend blauen Himmel, hinderte mich unentwegt daran, die Finger vom Auslöser zu nehmen. Auf der Busfahrt nutzte ich meine Nikon D750 mit dem Nikkor AF-S 3,5-4,5 / 24-85 ED VR und einem Pol Filter. Auch wenn es sich bei diesem Objektiv um das Kit-Objektiv meiner D750 handelt, kann ich nur sagen, ich liebe die Qulität der Aufnahmen, die mir geliefert wurden.

Immer wieder tauchen interessante Felsformationen für Motive auf
trostloses Wüstenambiente oder doch besonderes Wüstenflair?!

Etwa nach 2/3 der zurückgelegten Strecke geht die Fahrt durch mehrere kleine Dörfer. Wenn ihr die Möglichkeit habt euren Ausflug nach Luxor an einen Mittwoch zu buchen, dann lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen. Ihr könnt so viele der kleinen Bauern mit ihren Waren erleben, die auf dme Weg zum Markt sind bzw. sie sogar direkt an den kleinen Brücken verkaufen.

Vom Alabasteraltar zu den Spuren von Ramses II –  Der Tempel von Karnak

Nach den ersten 350 Aufnahmen informierte uns der Reiseleiter „Hazy“ ( ein Schmunzeln konnte sich bei unserer Reisegruppe keiner verkneifen ), fuhren wir über eine Brücke zu der Tempelanlage, die darunter von vielen Sphinxen gesäumt war. Reihe an Reihe hießen sie uns regelrecht Willkommen. Viele von ihnen waren wirklich sehr gut erhalten und wirkten, wie eine Armee, die den Tempel bewachten. Endlich auf dem Parkplatz angekommen, konnte man sich die Füße vertreten. „Gruppe Hazy hierher“ ertönte es nach einer verlängerten Zigarettenpause. Unser Bus beförderte insgesamt 3 Reisegruppen aus Deutsche, Engländer und Franzosen. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die an diesem Vormittag in die Tempelanlage wollten. Einige Zeit muss man alleine schon einplanen, denn es gibt mehrere Taschenkontrollen und Metalldetektoren. Mein Tipp: Nehmt nicht zuviel mit, denn andauernd die Kameratasche auszupacken wurde schon bei der 2. Kontrolle relativ nervig. Da jedoch Sicherheit groß geschrieben wird, was ich absolut befürworte und mich schon stellenweise beindruckte, kann man sich darauf einstellen.

Wenn man die erste Kontrolle hinter sich gelassen hat, erwartet einen ein großen Modell vom Tempel von Karnak. Dieses Modell zeigt die Tempelanlage, wie sie man geplant war. Aber an dieser Stelle sei schon gesagt, wer davon Bilder machen möchte oder von den Bildern, die an den beiden langen Wänden hängen, wird sehr schnell vom Personal angehalten, denn nur dafür, darf man eine Akkreditierung erwerben. Pausenlos wurden hier mit Handys aufnahmen gemacht und niemand sagte was, aber wehe in Beckenhöhe baumelt an einem Sunsniper-Gurt eine DSLR, sobald man sie nur in die Hand nahm, hatte man schon eine Hand auf der Schulter.  – Nachdem man die 2. Sicherheitskontrolle passiert hat wirdm an direkt mit dem Blick auf den Eingang zum Tempel belohnt.

Als ich den Tempel betrat, vorbei an den Sphinxen, den beiden großen Mauern entlang wurde ich regelrecht von Eindrücken überflutet. Detailiert erfuhr ich nochmal die Geschichten der einzelnen Tempel, der zum Teil noch vorhandenen Rampe an der rechten Maus zum Tempel. Der Blick auf den Albasteraltar, die große Statue  von Ramses II, gefolgt von der Säulenhalle und der Historie, die darauf eingearbeitet wurde mit solch einer beeindruckenden Wirkung, dass ich fast das fotografieren vergessen hatte. Nicht zu vergessen die Obelisken und das Allerheiligste des Amun.

Ich war hier mit 2 Kameras eingedeckt. Nutzt auf jeden Fall ein Weitwinkelobjektiv, vor allem wenn es um die Säulenhalle geht und ihr euch im Allerheiligsten des Amun befindet. Für die weiteren Aufnahmen reicht ein Standardzoom bzw. ein sog. Reiseobjektiv. Grundsätzlich empfehle ich in der Tempelanlage immer ein UV-Filter zu nutzen. Die Sonne erzeugt sehr viel Licht auf den Mauern, was sich an bestimmten Stellen auf den Säulen und den Steinen deutlich bemerkbar macht.

Luxor, Nil und eine Plantage mit besonderem Haustier

Luxor ist weitaus mehr als der Tempel von Karnak. Wobei sich der Tempel nicht in Luxor befindet, sondern in Karnak. Einem Dorf rund 2,5 km nördlich von Luxor. Dank Hazy ( der oder die eine oder andere von euch wird sicherlich ebenso ein Schmunzeln auf den Lippen haben ), konnte man nicht nur viel über Ramses II, Nefertari und das Leben am und im Tempel erfahren, sondern es bot sich die Möglichkeit an, eine besondere Obstplantage direkt am Nil zu entdecken. Die Fahrt zum Nilufer fördert interessante Orte entdecken. Ein Highlight für mich war das Mumifizierungsmuseum. Zugegeben, davon wusste ich nicht mal was, doch reizvoll könnte ein Ausflug dorthin sicherlich sein. Balancierend über eine Planke erreichten wir das Boot für eine kleine Rundfahrt am Ufer entlang von Luxor zum gegenüberliegenden Ufer. Natürlich war es jetzt kein Highlight, sondern viel mehr das klassische Touristenprogramm. Angekommen am Ufer hieß es wieder das eigene Gleichgewicht auf die Probe zu stellen. Durch eine kleine Führung eines Stalls dieser Plantage, in der auch in einem offenen Ofen Brot gebacken wurde, ging es über einen kleinen Weg quer durch eine Bananenplantage. Dabei hörte ich eigentlich nur noch das klicken der Kamera-Apps. Mit einem skeptischen Gefühl erreichten wir 3 mehr oder weniger große Gehege. Hier wurde unter anderem ein Fuchs, eine größere Raubkatze und eine Hyäne gehalten. Man kann sich jetzt natürlich darüber streiten, ob man solche Tiere für Touristen in „große“ Gehege halten sollte, jedoch gab es noch ein weiteres „Haustier!“ des Plantagenbauern, welches mir richtig Freude bereitete, denn der gute Herr nennt ein Krokodil sein Haustier. Diese Tiere sind für mich einfach faszinierend. An dieser Stelle musste meine Kamera mit dem Standardzoom herhalten. Dafür wurde auch relativ viel Zeit investiert, um Bilder machen zu können. Aber Schlussendlich bleibt dieser Stopp ein klassischer Touristenhalt.

 

Von Luxor ins Akkreditierungsdrama

Nach einer Stärkung in einem kleinen Lokal am Nil ging es nun wieder zurück in den Bus und das nächste Ziel war das Tal der Könige. Etwa eine knappe Stunde ging es nochmal durch Luxor. Spätestens jetzt bestätigte sich die Entscheidung mit dem Reisebus die Tour zu unternehmen. Der Mittagsverkehr, Schulschluss an diversen Schulen und mehrere Roller, die sich immer wieder den Weg durch die Blechmassen erkämpften, ließen ein gewisses Heimatgefühl aufkommen. ( Gegrüßt sei die A40 am Montagmorgen 🙂 ) Auf der Fahrt wurde uns das ein oder andere über das Tal der Könige erzählt. Dabei sah ich die ersten Bilder durch. Klickte durch die einzelnen Ordner „Wer fotografieren möchte, muss für jedes Grab eine Akkreditierung erwerben“. Habt ihr schon mal gesehen, wie ein Schäferhund aus der ruhenden Position den Hals reckt, aufsteht und wie gebannt zur Tür starrt? Ich glaube, in dem Moment hätte ich jedem überraschten Hund Konkurrenz gemacht. An diesem Tag standen uns 7 Gräber zur Begehung frei und für jedes einzelne Grab wird eine Fotografie-Erlaubnis in Höhe von ca. 15 EURO fällig. Zudem stellte sich dann noch heraus, wer das Grab von Tutanchamun begehen wollte, musste dafür auch nochmal separat bezahlen, doch hier wurde das Fotografieren grundsätzlich untersagt.
Ich liebe es zu fotografieren. Jedoch muss ich auch sagen, manchmal sollte man auch einfach nur die Dinge auf sich wirklich lassen. Also entschied ich mich dagegen. Ihr werdet es kaum glauben, es war die richtige Entscheidung. Die Gräber hinabzusteigen, die Wandmalereien, die Plateaus der Sarkophage und den gesamten Aufbau der Gräber auf sich wirken zu lassen, war für mich ein emotionaler Moment. Es war einfach Faszination. Bilder, selbst wenn sie noch so beeindruckend bearbeitet worden wären, sie würden nicht das wiederspiegeln, welchen Eindruck die Gräber hinterlassen. – Ein Tipp von mir, wenn ihr das Tal der Könige entdecken wollt, fahrt an einem nicht so heißen Tag dorthin. Ich war im November dort und im Tal waren dennoch 33 ° C. Im Hochsommer können dort auch mehr als 46°C im Schatten sein, zumindest wurde es mir so berichtet.

Atemberaubende Kulisse vom Terrassentempel der Königin Hatschepsut

Kommt man am Fuße des Terrassentempels an, kann man in der Ferne ein Plateau entdecken, welches mit einer langen Treppe in den Mittelpunkt ragt. Nach erneuten Sicherheitskontrollen, die es natürlich auch zum Tal der Könige gab, geht es mit einem kleinen Zug ( ich nenne diese aneinandergekoppelten Wagen einfach mal so ) hoch zum unteren Plateau. Sobald man aus dem Wagen steigt wird man mit einem ganz besonderen Anblick belohnt.

Entlang der langgezogenen Treppe erstreckt sich das Panorama, des in Fels gebauten Terrassentempels. Oben erstmal angekommen wird man mit einem sagenhaften Blick über Luxor belohnt. Aus der Ferne kann man das Grün aus dem Tal erblicken und bekommt einen Eindruck, welchen Wert die Königin Hatschepsut in ihrer Regenten Zeit haben musste. Hier bieten sich Motive über Motive, sei es der Terrassentempel, die Reihen an Statuen, die Blicke vom Tempel zum Felsmassiv oder auch der sich rechts befindlichen Vorbereitungsraum zur Mumifizierung. Dennoch muss ich sagen, ich hatte mir von inneren etwas mehr versprochen. Geht man hindurch in den Tempel, kann man die eine oder andere Malerei entdecken. Als Motiv findet man hier eher nur wenige Objekte.

Mein Fazit und meine Empfehlung

Grundsätzlich gilt, wenn du dich für die ägyptische Geschichte, die Zeiten der Pharaonen oder das ägyptischer Altertum, bzw. die Neuzeit interessierst, dann führt kein Weg an Luxor vorbei. Du entdeckst hier vieles, was dir aus Büchern, Erzählungen oder auch Dokumentationen bekannt sein wird, aber auch Neues, von dem dir bisher nicht viel bekannt war. Motive sind überall vorhanden. Dies beginnt bei der Busfahrt bereits und hört auch bei einer Fahrt auf dem Nil nicht auf. Dennoch sollte man sich im Vorfeld informieren, ob das Fotografieren erlaubt bzw. möglich ist oder nur mit einer Akkreditierung gestattet ist. Zusätzlich eröffnet einem auch ein freundliches Lächeln Tür und Tor. Für ein kleines Trinkgeld wird man auch gerne mal in den abgesperrten Bereich zum Fotografieren gelassen.
Mein Tipp an dieser Stelle: Ihr seid von viel feinem Sand umgeben, nehmt immer Reinigungstücher bzw. Microfasertücher und eine Flasche Wasser zusätzlich mit, um ggf. eure Objektivfilter zu reinigen oder ggf. ein zusätzliches Filterglas zum Tauschen einsetzen zu können. So ist sichergestellt, dass ihr immer die Schärfe auf eurer Seite habt.

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