TfP oder wie 3 Buchstaben für Gänsehaut sorgen

Die Geschichte des TfP Vertrags ist eine Geschichte voller Missverständnisse

Ok, ich gebe es zu, dieser Wortlaut wird vielen noch aus einer Werbekampagne  Ende 90er Jahren im Hinterkopf geblieben sein. Dennoch trifft es ungemein auf die Vertragsform TFP zu. Wenn man schon nach einem TfP Shooting als Model sucht oder als (Hobby-) Fotograf danach sucht, sollte man zumindest wissen wofür  TfP steht bzw. was ein TfP Vertrag überhaupt ist. Vor geraumer Zeit habe ich dieses Thema in einem Blogbeitrag aufgegriffen, doch in den letzten Wochen bekomme ich einfach nur noch eine Gänsehaut, wenn ich etwas über TfP lese oder TfP Gesuche vor Augen habe.

Um eines direkt zu sagen, ich arbeite liebend gerne auf TfP Basis mit meinen Modellen zusammen. Nicht nur weil das ganze Shooting ungezwungener ist, sondern weil hierbei sich sowohl das Model als auch der Fotograf entfalten können. Meine letzten Shootings aus diesem Jahr oder meine Shootings mit einen beiden Hagener Modellen sind die absoluten Beispiele wie es zu laufen hat. In meinem heutigen Blogbeitrag möchte ich euch präsentieren, was andere Nachwuchsmodelle oder Hobbymodelle ebenso auch Fotografen erleben mussten. Dazu muss ich direkt sagen, so werde ich niemals arbeiten. 

Die Bearbeitungsgebühr

Vor einiger Zeit schrieb mich ein Hobbymodel an. Nach einem kurzen Nachrichtenwechsel zum Thema g/g Shooting in s/w kam die Frage auf, wie hoch den meine Bearbeitungsgebühr pro Bild sei. Wie Bearbeitungsgebühr? Daraufhin erfuhr ich, dass sie bei ihrem letzten Shooting erfuhr, dass bei einem TfP Shooting pro bearbeitetes Bild, welches sie sich aussuchen würde, eine separate Bearbeitungsgebühr kommen würde. Schließlich hätte der Fotograf kosten für Softwarelizenz, Strom und eine Abnutzung des Grafiktabletts durch das Shooting.

Prämienzahlung für das Model

Ich bin gewöhnlich jemand, der seine Shootings durchplant und entweder im Vorfeld oder vor Beginn des eigentlichen Shootings das Model darüber informiert, wie das Shooting von mir gestaltet wird und sie darüber informiert, dass sie eigene Wünsche und Ideen gerne einbringen darf. Doch bei einem Shooting zog das „angebliche“ Hobbymodel einen Vertrag hervor, den ich unterschreiben müsse. Lesen sei nicht nötig. (sie hatte wirklich Humor) Darin stand unter anderem, ich müsse 50 EUR nach dem Shooting an sie überweisen, schließlich hatte sie kosten für Make-up, Waschmittelkosten, Strom- und Wasserkosten sowie Abnutzungskosten der Fasern ihres Outfits. Ich musste in dem Moment wirklich lachen, als ich sie dann auf Kosten für Sensorreinigung und Objektivreinigung ansprach, fiel ihr plötzlich ein das sie einen Geburtstag ihr Oma vergessen habe.

Gebühr für Terminabsage

Ich denke jeder Fotograf hat sich schon einmal überlegt in seine TfP Verträge aufzunehmen, wenn ein Model das Shooting wenige Stunden vorher cancelt, ihr dann eine Gebühr aufzuerlegen. Gut, ich erlebe immer wieder Hobbymodelle, die genau das nachvollziehen können, doch ich bin ein absoluter Gegner davon. Krank werden kann jeder einmal, gut 30 min. vorher ist es eher unwahrscheinlich. Es kann nun mal auf ein Fall in der Familie oder im Freundeskreis auftreten und in solchen Fällen sollte man die Enttäuschung über das entgangene Shooting einfach mal ausser acht lassen und kurzfristig ein Folgetermin vereinbaren. Dennoch sollte man sich auch überlegen, der Fotograf oder das Model, wenn sie z.B. mit öffentlichen Verkehrsmittel anreisen, haben auch Kosten in Kauf genommen, also kann man auch erwarten rechtzeitig Bescheid zu bekommen oder auch von sich aus einen alternativen Termin vorzuschlagen.

Geld, Geld und nochmals Geld

Entlohnung, Belohnung und Wirtschaftlichkeit, aber sicherlich nicht in finanzieller Form. Wenn es um TfP geht, hat das Thema Geld keine Rolle zu spielen. Die Vertragsform TfP sollte eine 50/50 Situation auf den Plan rufen, denn der Sinn dahinter soll beide nach vorne bringen. Das Model hätte gerne besondere Fotos, der Fotograf möchte eine neue Fotografietechnik oder neues Equipment austesten oder das Model/der Fotograf möchte für seine/ihre Facebookseite oder Homepage das Portfolio vergrößern, sofern kein kommerzieller Hintergrund dahintersteht, liegt man mit TfP genau richtig. Aber dennoch wird es immer mehr ausgenutzt. Beide sollen etwas davon haben und das ohne den schnöden Mammon.

 

Alles was ich euch genannt habe, hat mit einem TfP Vertrag nicht mehr viel zu tun. Wer Geld verdienen möchte oder sich in finanzieller Form in der Fotografie bereichern möchte, sollte einen Vertrag aufsetzen, indem ein Pay Shooting genau festgehalten wird. Aber auch mit dem Gedanken daran zu gehen als Model vorzugeben wo ein Shooting stattfindet, wie es stattfinden soll, zu welcher Zeit und nach welchen Vorgaben hat nichts mehr mit einem TfP Shooting zu tun. In diesem Fall sollte auch jedem (Hobby-) Model klar werden, kein Fotograf arbeitet umsonst und wenn ihr nur dieses eine Thema umgesetzt haben wollt, dann solltet ihr auch bereit sein Geld zu investieren.

 

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