TfP Verträge und Akt/Teilakt Shootings

Eigentlich sollte ich weiter in Lightroom und in Photoshop stecken, um das Shooting von vergangener Woche zu bearbeiten. Doch zwischendurch ist eine Pause einfach nötig und dann bin ich auch gerne mal auf Facebook unterwegs. Manchmal entdeckt man Postings, die wirklich polarisieren. So entdeckte ich ein ganz interessantes Thema zum TfP-Vertrag.

TfP-Vertrag für Akt/Teilakt mit großer Wirkung im Nachgang

Es wurde ein Aktshooting geplant, der TfP-Vertrag wurde von beider Seiten unterschrieben und geschlossen, die Bilder erfüllten ihr Ziel und das Model wurde zufrieden gestellt. Im Nachgang jedoch tritt der Freund/Lebensgefährte des Models auf den Plan und fordert von dem Fotografen die Fotos zu löschen.

Zugegeben, ich musste im ersten Moment wirklich schmunzeln. Das Model hat den Vertrag unterschrieben, sie wusste worum es geht und wenn sie sich nicht mit ihrem Freund/Lebensgefährten abgestimmt hat, wieso sollte der Fotograf die entstandenen Werke löschen? Rechtlich ist alles im grünen Bereich und eine Aufforderung durch eine 3. unbeteiligten Person hat keinen Anspruch darauf.

Dem Model zuliebe nachgeben oder auf den Vertrag beharren?

Abhängig wie die gemeinsame Arbeit geworden ist, würde ich davon Abhängig machen wie ich reagieren würde. Ich wäre niemand der seine Arbeit, die er investiert hat einfach löscht. Eine Option wäre natürlich den TfP-Vertrag in ein Payshooting umzuwandeln oder die geleistete Arbeit in Rechnung zu stellen und somit die Arbeiten zu löschen.

Ich erlebe es bei Shootinganfragen immer wieder, dass sich 3 von 5 Modellen keine wirklichen Gedanken darüber gemacht haben und einfach abgelichtet werden wollten. Ein Akt bzw. ein Teilaktshooting kann schon große Wirkung erzielen. Nicht nur in der Intensivität der Werke sondern auch mit dem was solche Bilder verursachen „können“.

Diese Punkte sollte man vor einem Shooting immer beachten:

  • Will ich das diese Bilder von meiner Familie, Freunde, Partner/in, Arbeitskollegen, Vorgesetzte oder Lehrer/Dozenten/Professoren gesehen werden können?
  • Welchen Eindruck können die Bilder hervorrufen, wenn nicht unbedingt direkt klar ist, was diese Bilder aussagen?
  • Bin ich bereit die Konsequenzen zu tragen, vor allem nach einem Aktshooting?
  • Kann ich beruflichen Schwierigkeiten durch diese Bilder bekommen? (Tattoos/Piercings die sichtbar werden, können in konservativen Umfeldern zu Schwierigkeiten führen)

Es gibt aufregende Setups für Shootings. Es können Bilder entstehen, die das ganze Selbstbewußtsein steigern lassen. Bilder können ein ganz neues Blickfeld eröffnen. Aber genauso kann das Gegenteil zur Folge haben oder sogar zu Problemen im Job führen, sollte etwas zum Vorschein kommen das für andere nicht hätte sichtbar werden sollen.

Ein Bild ist eine Momentaufnahme und kann zu neuen Wegen führen.
Wohin dieser Weg geht entscheiden wir selbst.

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